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Was sind das nun für Leute, was ist das für eine Vereinigung, über die sich die Menschen die Köpfe heiß geredet haben? Was ist das für eine Gemeinschaft, der mehr Bannbullen gewidmet wurden, als jeder anderen Menschengruppe? Was sind das für Menschen, diese Freimaurer, die man folterte und adelte, die man mit Friedensnobelpreisen ehrte und in den Konzentrationslagern erhängte?

Was ist das für eine Menschengemeinschaft der Männer angehörten, wie: Blücher, Bluntschli, Alfred Brehm, Briand, Henri Dunanti, Johann Fichte, Benjamin Franklin, Friedrich der Große, Garibaldi, Johann Wolfgang von Goethe, Marshall Dag Hammerskjöld, Haydn, Herder, Iffland, Jefferson, Kleist, Klopstock, Knigge, La Fayette, Lessing, Charles Lindbergh, Franz Liszt, Carl Loewe, Albert Lortzing, Graf Luckner, Friedrich Mesmer, Wolfgang Amadeus Mozart, Lord Nelson, Nicolai, Ossietzky, Walter Scott, Scharnhorst, Heinrich Schliemann, Freiherr von Stein, Stendhal, Heinrich von Stephan, Stresemann, Thomas Taylor, Tucholsky, Mark Twain, Voltaire und George Washington.

Entstehung

Die moderne Freimaurerei, die spekulative Freimaurerei, wie sie auch genannt wird, findet ihren Ursprung in der mittelalterlichen Werkmaurerei Englands. Es waren Steinmetzbruderschaften, die im Auftrage der Kirche Dome und andere sakrale Gebäude errichteten. Schon im 14. Jahrhundert besaßen diese sogenannten Freemasons besondere Privilegien. Sie waren z. B. frei von feudaler Leibeigenschaft. Die mittelalterlichen Steinmetze hatten ihre fest umschriebenen Statuten mit genau formulierten Rechten und Pflichten für Lehrlinge, Gesellen und Meister. Sie verfügten über eine eigene Organisation für Kranke, sie sorgten für Witwen und Waisen. So verstanden sie sich auch als eine elitäre von der großen Masse der übrigen Handwerkern getrennte Gruppe. Untereinander gaben Sie sich durch besondere Handgriffe und Kennworte zu erkennen. Mit dem Ende der gotischen Bauweise begann auf dem europäischen Kontinent der Verfall der Steinmetzzünfte. In England jedoch wurde die Tradition der mittelalterlichen Bauleute in einigen Zirkeln, in sogenannten Logen bewahrt. Die Mitglieder waren freilich nicht mehr ausschließlich Bauleute, sondern Adelige und vor allem Intellektuelle. Im Jahre 1717 vereinigten sich dann in London vier kleine Logen zu einer Großloge. So wird heute das Jahr 1717 als das Geburtsjahr der modernen Freimaurerei angesehen. An die Stelle des wirklichen materiellen Bauens von einst trat nun der geistige Bau, die intellektuelle Formung der eigenen Persönlichkeit. Es war in den 20iger Jahren des 18. Jahrhunderts ein Vorrecht, Mitglied einer Loge zu sein. Man kann die Anziehungskraft dieser Logen auf die geistige Elite der damaligen Zeit nur verstehen, wenn man sich in jene Zeit hineindenkt. Wie wir aus den Geschichtsbüchern wissen, war das 17. und 18. Jahrhundert erfüllt von blutigen Religionskriegen und von furchtbaren sozialen und politischen Wirren. Es war eine Zeit, in der die Menschen weithin unmündig waren, wie Emanuel Kant meinte. Eine Zeit der Ungleichheit, der Ungerechtigkeit, der Intoleranz, eine Zeit der Vorurteile, der gesellschaftlichen Grenzen, des Standesbewusstseins und des Religionswahns. In den Logen nun fanden sich Männer zusammen Adelige und Großbürger welche die Ungerechtigkeit ihrer Zeit spürten und dagegen aufbegehrten. Ihre Ziele waren eine Selbstbefreiung des Menschen aus geistiger Abhängigkeit, Überwindung des bestehenden Autoritätsdenkens, die Verwirklichung ethischer, pädagogischer und humanitärer Forderungen, wie sie in der Folge der Renaissance als Gedankengut des klassischen Altertums zuerst Italien und später das ganze europäische Festland beeinflusste. Im Freiraum dieser Logen versuchte man die Ideale, wie Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, zu verwirklichen. Dabei sind die Mitglieder dieser Logen nie als geschlossene Gruppe oder gar als Partei in Erscheinung getreten. Sie hatten nie Programme und Resolutionen verfasst, aber als Einzelpersönlichkeiten je nach ihrer Stellung in Beruf und Gesellschaft versucht, jenes ideale Ziel zu verwirklichen, das da heißt: Mehr Menschlichkeit für alle Menschen. In Deutschland wurde die erste Loge am 6. Dezember 1737 in Hamburg gegründet. Aus diesem Grund feierten wir im Jahr 2012 auch 275 Jahre Freimaurerei in Deutschland. Die erste deutsche Loge war auch jene, in der Friedrich der Große aufgenommen wurde. Dieser 06. Dezember 1737 war ein Signal. Bald danach wurden in allen größeren Städten Deutschlands Logen gegründet. Besonders die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts hat die freimaurerische Bewegung unvorstellbar beflügelt. Es war für die Freimaurerei eine glanzvolle Zeit. Kaiser, Könige und Fürsten sind Stuhlmeister in den Logen gewesen. Geistliche Würdenträger erlangten auch höchste maurerische Würden. Freimaurer sein war gleichbedeutend mit gesellschaftlicher Anerkennung. So wird die Freimaurerei international zu einer wichtigen Kraft. 50 von 56 Unterzeichnern der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung sind Freimaurer gewesen. 1804 gründete Carl Theodor Graf zu Pappenheim unsere Loge. Seit 1996 arbeiten wir in Ingolstadt und konnten im Jahr 2000 in unser Logenhaus im Forttor Hydeck einziehen. Freidenker, die sich gegen Ungleichheit, Ungerechtigkeit und Intoleranz auflehnen waren den Diktatoren dieser Welt schon immer ein Dorn im Auge. So ist es nicht verwunderlich, dass auch im 3. Reich die Freimaurerei verboten und verfolgt wurde. Man beschlagnahmte die Logenhäuser und das Logenvermögen, etwa 200 Millionen Mark. Nach 1945 fanden sich von den 80.000 Freimaurern, die es zu der damaligen Zeit in Deutschland gab, 5.000 zusammen, die einen Neubeginn wagten. In der Frankfurter Paulskirche wurden die Grundsätze der Freimaurerei neu formuliert. Sie lauten:

Aus dem Gesagten ergibt sich, was Idee und Ziel der Freimaurerei ist: Es ist die Schaffung eines besseren, freieren, menschlicheren Menschen in einer besseren, freieren, gerechteren und menschlicheren Gesellschaft.

Werte

Toleranz bedeutet für uns: Anhören, Abwägen, Duldung andersartiger Überzeugungen, Sitten und Gewohnheiten ohne Selbstgefährdung. Der Toleranzidee liegt die Einsicht in die Grenzen der menschlichen Erkenntnisfähigkeit und Achtung vor dem Gewissen anderer zugrunde. Toleranz fordert nicht, dass man die eigene Überzeugung verleugnet oder sich gar dem fremden Willen unterwirft. Toleranz fordert etwas Skepsis gegenüber der eigenen und etwas Verständnis für die andere Position. Sie setzt einen Charakter voraus, für den es selbstverständlich ist, wahrhaft und ehrenhaft zu handeln. Toleranz kann nicht verwehren, dass man die eigene Überzeugung kraftvoll vertritt. Es kommt nur auf das „Wie“ an: Auf möglichst geistvoller Ebene, mit Anstand, ohne schrille Töne und vor allem ohne Demütigung. Tolerant sein heißt auch, lernen wollen und evtl. auf einem dritten Weg nach einer Lösung suchen. Neben dem Toleranzgebot entwickelte sich auch der Gedanke der Brüderlichkeit aus der Zeit der Aufklärung. Bis heute wirkt die Vorstellung fort, dass jedem Menschen die gleichen unveräußerlichen Rechte angeboren sind. Vergegenwärtigen wir uns die von Freimaurern verfasste „Amerikanische Unabhängigkeitserklärung“ von 1776: „Wir halten folgende Wahrheiten für keines Beweises bedürftig: dass alle Menschen gleich geschaffen sind, dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten ausgestattet sind und dass zu diesen Rechten Leben, Freiheit und das Streben noch Glück gehören; dass, wenn zu irgend einer Zeit eine Regierungsform diese Rechte zu zerstören droht, das Volk das Recht hat, sie zu ändern oder abzuschaffen und eine neue Regierungsform einzusetzen.“ Welch ein aktueller Bezug zu den Geschehnissen in aller Welt. Brüderlichkeit ist die Basis der Demokratie. Ohne sie ist sie nicht lebensfähig. Brüderlichkeit regelt das sittliche Verhältnis zu allen Menschen und die Freundschaft zu einzelnen Nahestehenden. „Der Mensch ist von Natur für das Zusammenleben und für die Freundschaft bestimmt“ sagt Aristoteles. Er fährt fort: „... dass man, um glücklich zu sein, Freunde braucht und dass Freundschaft unter den äußeren Gütern das höchste ist.“ Der einzelne Mensch kann sich selbst nicht genug sein. Er muss sich mit anderen zusammenschließen und zusammen wirken. Er braucht den Mitmenschen, den Genossen, den Freund und sogar den Widersacher, um nicht selbst in die Irre zu gehen. Einer der bedeutendsten Erzähler der Weltliteratur, der Italiener Giovanni Boccaccio (1313 1375) meint dazu: „Das Band der Freundschaft verbindet enger als das des Blutes oder der Schwägerschaft; denn die Freunde haben wir, wie wir sie uns wählen. Die Verwandten aber, wie das Glück sie uns gibt.“ Der dritte Grundsatz der Freimaurerei ist die "Sittlichkeit", die Ethik. Die freimaurerische Ethik bezieht sich auf die Begriffe wie Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit und Hilfsbereitschaft. Lassen wir den Weggenossen und Freund Goethes, Johann Gottfried Herder, Freimaurer wie dieser, zu Wort kommen. Er sah das Ziel des menschlichen Daseins in der Verwirklichung von Humanität. Und hier liegt das wahre Geheimnis der Freimaurerei. Nach eigenem Verständnis will sie eine Kunst sein, die den Menschen zum Gegenstand hat. Im Mittelpunkt des freimaurerischen Erziehungsweges steht deshalb die geistige Neugeburt des Menschen. Es geht um einen Reifeprozess, um einen psychischen innermenschlichen Vorgang, um eine echte Einweihung. Insbesondere strebt die Freimaurerei für den Einzelnen Selbsterkenntnis, Selbstbeherrschung und dadurch Selbstvervollkommnung an. Um das zu erreichen, hat sie eine besondere Methode entwickelt.

Geistige Vertiefung und sittliche Höherentwicklung, zu denen jeder Mensch fähig und wert ist, sind deshalb die immer wieder an jeden einzelnen Freimaurer gestellten Forderungen. In dieser Höherentwicklung und Vervollkommnung liegt der tiefe Sinn der freimaurerischen Idee und ihr Ziel. Ohne Anerkennung dieser Idee kann niemand Freimaurer sein. Freimaurerei würde ohne Anerkennung dieser Möglichkeit ihren Sinn und ihre Lebensberechtigung verlieren. Dieses Bemühen des einzelnen um seine geistige Vertiefung und um seine menschliche Haltung bezeichnet die Freimaurerei als Arbeit am Rauen Stein. Es ist die Pflicht eines jeden Freimaurers, an sich zu arbeiten, um sich so als ein geschätztes Glied in die Gemeinschaft der Menschen einzubringen. Es gilt also, sich selbst zu einer einmaligen unverwechselbaren Persönlichkeit heranzubilden. Da Persönlichkeitsbildung so versteht es jedenfalls die Freimaurerei, kein einfacher biologischorganisch gesteuerter Vorgang ist, wie etwa die Entwicklung eines Vogels aus einem Ei, bedarf es des eigenen Bemühens. Die Freimaurerei spricht deshalb auch nicht von Persönlichkeitsentwicklung, sondern von Persönlichkeitsfindung. Findung will zum Ausdruck bringen, dass wir selbst unseren Weg finden müssen, dass wir Entschlusskraft dazu brauchen.

Grade, Rituale und Symbole

Entsprechend der Handwerkstradition ist der freimaurerische Bildungsweg in drei Etappen eingeteilt: Lehrling Geselle Meister. Im Lehrlingsgrad wird die Forderung des griechischen Naturphilosophen Thales von Milet (640 546 v.Chr.) „Gnothi seauton Erkenne Dich selbst“ erhoben. Dies ist ein Appell, die eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen. Es gilt, spezifische Begabungen und Fähigkeiten zu wecken, zu üben zu entwickeln und nutzbringend für die Gemeinschaft zu aktivieren. So ist Freimaurerei im letzten und wesentlichen Sinn Persönlichkeitsfindung. Humanität, Toleranz, Wohltätigkeit und was immer sonst noch angestrebt wird, sind selbstverständliche Resultate dieses Bemühens und dieser Findung des eigenen Ich. Am Anfang einer jeden freimaurerischen Arbeit steht das "Erkenne Dich selbst". Im Gesellengrad wird die Forderung erhoben, die Risse und Unebenheiten in der Beziehung zu seinen Mitmenschen zu glätten. Damit sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, sich harmonisch in die Gemeinschaft einzufügen. Wer sich selbst in allen Stärken und Schwächen kennen gelernt hat, muss folgerichtig daran gehen, seine Position im Umfeld seiner Existenz zu bestimmen. Er weiß, dass er als soziales Wesen sich nur mit seinen Mitmenschen menschenwürdig entwickeln kann. Der Bau der Menschheitskultur, des Tempels der Humanität kann nur in brüderlichem Zusammenwirken vorangebracht werden. Das verlangt von uns sich auch in Demut zu üben. Das heißt: Sich vom Zwang des Egoismus zu befreien und Achtung vor der Persönlichkeit und Eigenart des Mitmenschen aufzubringen. Daraus entsteht die Aufgabe, aus innerer Freiheit das zu tun, wofür wir nach unseren Anlagen und Fähigkeiten berufen sind. Im Meistergrad schließlich bearbeiten wir die Frage nach dem Sinn und Zweck unseres Daseins und des Kosmos. Der Freimaurer, der über diese drei Stufen zur Geistesfreiheit gegangen ist, wird Gelassenheit gewinnen, Staunen und Ehrfurcht im Weltall haben und im Kleinen und Großen etwas Sinnvolles sehen. Er erringt darüber hinaus Heiterkeit in den Wechselfällen des Lebens und Gelassenheit gegenüber dem sicheren, unabwendbaren Ereignis des Todes. Dieser ständig in unseren Tempelarbeiten geübte Prozess soll den Freimaurer schließlich dazu befähigen, die als richtig erkannten Verhaltensweisen auch in die Außenwelt zu tragen. Sie mit Überzeugung, mit Sicherheit, Phantasie und hoffentlich auch mit Humor zu vertreten. Erst die tägliche Praxis aber erweist, ob sich ein Freimaurer zur selbstgewählter Verpflichtung gegenüber der Menschheit erzogen hat. Glaubwürdig wird er erst dann, wenn er durch sein persönliches Beispiel auf andere wirkt. Das Maß an Überzeugungskraft bestimmt folglich die Möglichkeit, die Gesellschaft zum Besseren zu verändern. Über diese drei Grade hinaus haben sich im Laufe der Jahrhunderte noch sogenannte Hochgradsysteme gebildet. Sie führen in ihren Erlebnissen nicht über das hinaus, was in den drei grundsätzlichen Graden erfahren werden kann. Diese Hochgradsysteme befassen sich intensiv mit philosophischen Fragen. Der bekannteste und am weitesten verbreitete ist der Schottische Ritus mit seinen 33 Graden. Hier werden jedoch nur die Grade 4, 18, 30 und 32.bearbeitet. Die Freimaurerei ist eine Gemeinschaft, in deren Mittelpunkt die geistige Neugeburt des Menschen steht. Es geht um einen Reifeprozess, um einen psychischen, innermenschlichen Vorgang, um eine echte Initiation. Um das zu erreichen, hat die Freimaurerei eine besondere Methode entwickelt, welche die Selbstfindung, die Individuation des Menschen durch ritualmäßige Wiederholung und gradmäßige Steigerung in Gang bringt. Es sind Rituale und Symbole, die weitgehend dem Brauchtum der alten Steinmetzbruderschaften entnommen sind. Darüber hinaus flossen Gedanken der Gnostik, der Kabbala, der Pythagoräer und des Christentums in die Rituale der Freimaurerei ein. Das freimaurerische Ritual wird für jeden Beteiligten zum Erlebnisträger und zum Mittelpunkt seines Denkens und Handelns. In allen Logen der Welt sind die Rituale im wesentlichen Ablauf ähnlich, so dass jeder Sinn und Inhalt verstehen kann, auch wenn er, der Sprache des jeweiligen Landes nicht kundig ist. Das Ritual ist ein Wesensbestandteil, kein gleichgültiges Anhängsel. Es soll den Freimaurer durch die Wirkung seiner Form dem mehr oder weniger tristen Alltag entziehen, es soll eine betont positive Gesamtgrundstimmung erzeugen, die über das graue Alltagsgeschehen hinaushebt. Darum spielt während der rituellen Handlung auch die Musik eine wesentliche Bedeutung. Wie Sie alle wissen, ist die Musik dem allem Rationalen am meisten entzogene Kunst. Das freimaurerische Ritual sagt dem Beteiligten, dass es noch etwas anderes gibt als Zahlen und Logik, etwas anderes als Erwerb und Konkurrenz, etwas anderes als den Kampf um die Existenz, als Sorgen und Plagen. Ein Ritual erschließt sich natürlich nur dem, der bereit ist, es zu erleben. Es zeigt sich gewissermaßen als ein Gefäß für einen Inhalt, der über alle Länder, alle Völker und alle Zeiten hinweggetragen wurde und auch weitergetragen werden soll. In der Tat behaupte ich, dass es kaum einen Gedanken gibt, der sich mit dem Menschsein, dem Woher, Wozu und Wohin menschlichen Lebens befasst, der nicht in einem der Freimaurerrituale zu finden oder auszugraben ist. Allerdings stellt das Ritual nur eine Skizze dar, eine Möglichkeit, nach der etwas Vollendetes geschaffen werden kann. Die Freimaurerei nennt diese Arbeit auch eine Königliche Kunst. Kunst setzt, als wesentliches Merkmal die freie Wahl voraus. Sie verlangt schöpferische Phantasie, einen hohen Gemütswert also, sie verlangt das Schaffen aus der Notwendigkeit eines eigenen freien Willens heraus. So will die Freimaurerei eine Kunst sein, die durch ihre Symbolik den Menschen hilft, sich selbst zu finden. Während des Rituals erhält der einzelne metaphysische Aufschlüsse. Die strengen überlieferten Formen, die Musik und das gesprochene Wort führen zu einem Gemeinschaftserlebnis, wie es intensiver wohl kaum bei anderen ethischhumanitären Verbindungen erlebt werden kann.