Der Blütezeit des Steinmetzwirkens im 15.Jahrhundert folgte ein allmählicher Rückgang der Bauaufträge infolge der Säkularisierung während und nach der Reformation im europäischen Kernland. Zudem setzte sich das Mauerwerk aus gebrannten Ziegeln durch. Die Zahl der Bauhütten (engl.: „hut" oder „lodge") und mit ihr auch die der "Werkmaurer" nahm ab. Warum es im frühen 17. Jahrhundert nachweislich erstmals in Schottland zur vermehrten Aufnahme von Nicht-Steinmetzen als sogenannte "angenommene Steinmetzen " (accepted masons) kam, ist nicht bekannt und entzieht sich der wissenschaftlichen Betrachtung.

Ebenso unbekannt wie die Umstände ist die Form der Aufnahme von Nicht-Steinmetzen. Aus einer Tagebuchaufzeichnung vom 16. Oktober 1646 von Elias Ashmole, dem Mitbegründer der englischen Royal Society und einem sicher nicht werktätigen Maurer, wissen wir vom Vorhandensein einer derartigen Form der Freimaurerei (free-masonry) ohne einen einzigen Steinmetzhandwerker auch in England. Womöglich entflohen die Mitglieder im Kreis einer vertrauten Gemeinschaft auf Zeit den politischen und religiösen Wirren des englischen Bürgerkrieges. Indem sie das Behauen eines Steines nicht mehr allein funktionell-handwerklich, sondern symbolisch-ethisch sahen, versuchten sie sich allegorisch am Bau einer menschlicheren Gesellschaft. Eine mögliche Ursache für die Aufnahme von Zunftfremden könnte auch in der Notwendigkeit gelegen haben, die sozialen Verpflichtungen der einzelnen Gruppen gegenüber ihren Mitgliedern aufrecht erhalten zu können. So gab es im 17. Jahrhundert in England zahlreiche Zünfte, die als Sammlungsvereine („box clubs") auch Außenstehende zur Einzahlung in die Sozialfonds gewannen und durch einfache Rituale aufnahmen. Die regelmäßigen Zusammenkünfte fanden in Wirtshäusern statt, deren Namen auf die in ihr tagenden Gruppen übergingen.

Zu Beginn des 18.Jahrhunderts scheint es zu einer Meinungsbildung über die geistige und organisatorische Fortentwicklung einzelner freimaurerischer Gruppen gekommen zu sein. Um sich untereinander besser abstimmen und ein gewichtigeres Wort führen zu können, gründeten 1717 vier Einzellogen die Großloge von London. Sie stellten sich unter den Schutz des Namenspatrons Johannes des Täufers. Dieses Datum wird allgemein als der Beginn der modernen freimaurerischen Geschichtsschreibung verstanden. Die Zahl der Freimaurerlogen wuchs ständig. Ab 1723 begannen die Logen in London, alle neugegründeten Logen zu verzeichnen. 1725 entstand die erste bekannte Logentafel. Zu bemerken ist hier bereits, daß sich auf dem Stich keine Handwerker im eigentlichen Sinn befinden, sondern Bürger und Adelige dieser Zeit. So war auch der Großmeister 1723 bereits ein Adeliger, der Herzog von Wharton.